Grundlagen
Bei der Lichtmaschine der 400er handelt es sich um eine 3-Phasen-Drehstromlichtmaschine. Sie ist baugleich zu der in der 350 Four.
Gleichrichter und Regler sind nicht integriert sondern an anderer Stelle des Motorrads verbaut.
Besonders ist, daß die Erregerspule nicht als Rotor vorliegt. Sie ist ebenso wie die Generatorspule fest verbaut. Diese Bauweise sollte Vorteile bieten, da kein Verschleiß von Kohlebürsten auftreten kann. Nachteilig ist sicher der geringere Wirkungsgrad gegenüber rotierenden Feldspulen durch die größeren Luftspalte.
Das nötige rotierende Magnetfeld wird durch den Klauenpolrotor erzeugt, der zwischen den beiden Spulen angeordnet auf der Kurbelwelle sitzt.
Obwohl keine bewegten elektrischen Teile vorliegen habe ich schon oft durchgebrannte Wicklungen bei Lichtmaschinen dieser Bauart erlebt und Leistungsminderung durch Wicklungsschlüsse bei beiden Spulen.
Kritik
Die Kabelführung bei der 400er ist hier eine mittlere Katastrophe.
Die 5 Leitungen von den Spulen gehen im Original aus dem Lichtmaschinengehäuse unten heraus, sind mit einzelnen Steckverbindern mit dem Kabelstrang verbunden, der dann zusammen mit den Kabeln für Öldruck- und Leerlaufschalter in einen rechteckigen 8-Pol-Steckeverbinder münden, der oberhalb des Getriebes hinten am Motor dann durch sein Gegenstück an den Hauptkabelbaum angeschlossen ist.
Diese Verbindungen werden bei Regen mit Wasser beaufschlagt. durch Undichtigkeiten der Wellendichtringe, bei mir vor allem am der Schaltwelle, mit Motoröl beaufschlagt und erhalten auch abgeschleudertes Kettenfett.
Zusammengefaßt: Gewollt aber nicht gekonnt. Die Funktion ist zwar vorhanden, aber nicht immer zuverlässig, gerne gibt es mit den originalen Steckverbindern Wackelkontakte und Übergangswiderstände. Das hätte man werksseitig sicher wesentlich besser lösen können.
Ich habe bei meiner ersten Umbauaktion der Kabelbäume hier wesentliche Änderungen vorgenommen, die ich beibehalten werde.
Weiter habe ich seit langer Zeit den Verdacht, die Kupferqualität der Wicklungen ist nicht gut und weist daher recht hohe Widerstände auf.
Dies werde ich bei meinen Arbeiten überprüfen und hier berichten.
Mehr Leistung?
Vor langer Zeit habe ich einmal getestet, ob die Leistung der Lichtmaschine sich steigern läßt. Einige Windungen mehr auf der Erregerspule haben tatsächlich dazu geführt, daß bei niedrigen Drehzahlen die Lichtmaschine bereits mehr Strom liefert.
Da genug lichter Raum für zusätzliche Windungen vorliegt, kann so bei Bedarf wie für ständig eingeschaltetes Fahrlicht eine höhere Lichtmaschinenleistung erreicht werden. Wo hier u.a. durch die magnetischen Werkstoffe die sinnvolle Grenze liegt weiß ich jedoch nicht.
Überarbeitung
Hier bleibt zuvorderst die optische Kontrolle aller Teile und Reinigung.
Wenn kein Verdacht für eine Fehlfunktion vorliegt bleibt für die Dokumentation hier noch das Messen der Durchgangswiderstände.