Bis auf Kleinteile wie Schrauben und Unterlegscheiben besteht die Auspuffanlage aus den Befestigungsbriden am Zylinderkopf, den Krümmern mit Sammler und dem Endschalldämpfer.

Nach der Erstsichtung werden sich die nötigen Arbeiten auf Reinigung, Entrostung und Politur.

Am Endschalldämpfer muß die Fläche um das Auslaßröhrchen mit hitzefestem Lack versehen werden.

Krümmer 2 und 3 müssen entweder während der Demontage oder später ausgerichtet werden, da die einzelnen Krümmer nicht alle korrekt parallel verlaufen. Hier fand anscheinend einmal beim Zusammenbau eine Verspannung/Verbiegung statt.

Natürlich sind sämtliche Dichtungen auf Zustand und Funktion zu prüfen, es liegen aber keine Hinweise auf notwendigen Austausch vor.

Einer der Krümmer wies vor längerer Zeit einen Bruch am oberen Ende (Anschluß an den Zylinderkopf) auf, dies hatte ich geschweißt und plangeschliffen, der Zustand hier muß auch geprüft werden. Von außen sichtbar war dies nie.

 

Der Endschalldämpfer

Nach lösen der Schelle und der 2 Schrauben zum Rahmen hin kann der Endschalldämpfer mit etwas rütteln abgenommen werden.

Um ihn allseitig bearbeiten zu können ohne daß er auf dem Tisch aufliegt und so zerkratzt wird habe ich zwei einfache Auflagen angefertigt:

 

Diese Teile waren aus einem alten Holzstab geschnitten der noch im Kaminholz vor sich hindämmerte, der Akkufuchsschwanz hat die Kerb/Rundschnitte schnell erstellt.

 

Hier der unbearbeitete Schalldämpfer:

 

A1

 

Ich versuchte zuerst mein Poliermittel 1, stellte aber fest, daß dieses anscheinend Kratzer verursacht (siehe auch Chrom und Aluminium). Ob dies am Poliermittel lag oder am verwendeten groben Schwamm habe ich nicht weiter untersucht.

Dann benutzte ich mein Poliermittel 2 ("Dr. Beckmanns Glaskeramik Putzstein") mit einem Mikrofasertuch, die Ergebnisse waren recht gut, aber es war recht arbeitsintensiv. 

Also dachte ich, eine Vorbehandlung mit Mittel 3 ("Domol Edelstahlreiniger") und Poliermaschine würde eine Erleichterung sein - ja. War es. Definitiv. 

Auf die Details will ich nicht weiter eingehen, Nr. 3 im Vorfeld, dann Nr. 2 stellenweise nochmal mit Mikrofasertuch und an einzelnen Stellen der Dremel führten zu recht guten Ergebnissen, die man in den folgenden zwei Bildern sehen kann:

Das Ende des Schalldämpfers (Auslaß) mußte ich mit einer kleinen Drahtbürste bearbeiten um den Rost zurückzudrängen. Dabei wurde zwar auch Chrom beschädigt, da die Fläche aber wie im Original mit Auspufflack behandelt wird, ist dies nicht weiter störend:

 

Krümmer und Sammler

Nun zum größeren Problem - die Krümmer. Hier einige Bilder, dien den unbehandelten Zustand zeigen. Der Verfall ist leider schon etwas weiter fortgeschritten:

 

Ein Exempel - Krümmerrohr für Zylinder 3

Zwei Rohre sind demontierbar (Zylinder 1 und 3), zwei sind fest mit dem Sammler verschweißt.

Ich zerlege die Baugruppe und nehme hier das Rohr für den dritten Zylinder.

Wie weiter oben beschrieben, poliere ich auch hier zuerst mit dem Poliergerät und dem "Domol Edelstahlreiniger".

Erheblichen Zeitaufwand verursachte der eingebrannte Ruß am Ende des Rohres, welches im Normalfall im Sammler steckt.

Zum Zylinderauslaß waren stärkere Rostansammlungen, hier wurde die meiste Zeit aufgewendet. Völlig entfernt habe ich diese nicht, da die Chromschicht ohnehin dünn ist und bei weiterer Politur zwar die Rostpickel nicht mehr sichtbar wären, die Chromschicht aber auch nicht mehr vorhanden.

Eine von mir benutzte Polierscheibe, per Dorn im Futter eines Akkubohrers befestigt, habe ich auch eingesetzt. So konnte zwar schneller Rost entfernt werden, es entstanden aber größere Riefen im Chrom, so daß ich diese Poliermethode nicht weiter nutzte.

Feinarbeit führte ich von Hand aus, hauptsächlich wieder per Mikrofasertuch mit dem "Dr. Beckmanns Glaskeramik Putzstein".

Hier die Ergebnisse:

Hier zu sehen die verbleibenden Roststellen auf der Unterseite

und hier auf der Seite. Es ist schade, aber eine weitere Aufarbeitung erscheint mir nicht möglich. Noch mehr Abtrag würde zwar den Rost noch etwas zurückdrängen, die weiter geschwächte Chromschicht würde dann aber beim nächsten Regenguß endgültig aufgeben und neue Roststellen zeigen.

 

Die beiden folgenden Bilder zeigen gut den Erfolg der Politur, im Vergleich ist das noch unbehandelte Rohr von Zylinder 1 zu sehen:

Sieht doch trotz allem schon ganz gut aus.

 

Briden und Klemmschalen

Das Wort "Bride" ist ungewöhnlich, der Duden online meint, es komme aus dem Französischen und bedeute u.a. Kabelschelle. An anderen Stellen wird es als Auspuffschelle übersetzt. Ich kenne sie seit langem unter der Bezeichnung "Briden".

Linguistik beiseite, so sehen Biden und Klemmschalen nach dem Ausbau aus:

 

 

Die Klemmschalen sind vernickelt, die Briden hartverchromt (also ohne Kupfer- und Nickelschicht auf dem Stahl).

Polieren dürfte hier nicht mehr viel nutzen, bevor ich jedoch die Drahtbürste oder Schmirgelpapier ansetze versuche ich ein wohl schonenderes Verfahren.

Chrom, Stahl und Nickel werden von Zitronensäure nicht bzw. kaum angegriffen. 

So lege ich die Teile in erwärmte Zitronensäure (erhältlich als Pulver im Drogeriemarkt, mit Wasser mischen, auf 1 Liter Wasser gebe ich 4 Eßlöffel Säure hinzu) ) und nehme sie zwischendurch immer wieder einmal heraus und putze sie an den rostigen Stellen mit einer kleinen Kunststoffbürste.

Zwei Tage ließ ich die Teile in dem Säurebad, das ich zwischendurch zwei mal ersetzt habe.

Als kein Rost mehr auf den Teilen sichtbar war nahm ich sie heraus, spülte und trocknete sie gründlich. 

Eine Beschädigung des noch vorhandenen Chroms und Nickels war nicht sichtbar, die Nickelschicht der Klemmschalen war aufgeraut, wohl aber durch die Korrosion vorher, nicht durch die Säure. Auch waren dunkle Stellen auf den Briden, hier war die ursprüngliche Chromschicht durch den Rost abgeblättert.

 

Das Ergebnis läßt sich hier sehen:

Die Bride rechts ist natürlich mein Liebling, die anderen sind alles andere als perfekt, auf dieser Aufnahme sehen die Stellen ohne Chrom aber wesentlich dramatischer aus als mit bloßem Auge betrachtet. 

Später werde ich noch versuchen ein wenig nachzubearbeiten, wenn sich wesentliche Verbesserungen der Optik ergeben notiere ich dies noch.

Die Klemmschalen lassen sich durch ein wenig Polieren nochmal schöner machen, hier rechts eine nach einfacher Politur:

Das geht sicher noch besser, mir ging es hier nur um einen schnellen einfachen Test.

 

Während des Badens der Teile sollte gelüftet werden für den Fall, daß sich Wasserstoffgas bildet.

Es sind auch andere Säuren denkbar für die Entrostung, so zum Beispiel Phosphorsäure. Essig- oder Salzsäure scheiden aus, da diese auch Chrom und Nickel angreifen.

 

Noch die Schellen

Zum Abschluß ein Vergleich vor / nach Reinigung und Politur der Klemmschellen ohne weitere Ausführungen: