Da die 400er viel Chrom und einiges Aluminium aufweist kommt dessen Aufarbeitung und Pflege auch entsprechende Bedeutung, vor allem für die Optik, zu.
Bei meiner 400er sind die Chromteile in mittlerem bis guten Erhaltungszustand, so daß ich wohl mit sorgsamer Reinigung und Politur auskomme ohne teures Neuverchromen (was gerade bei der Abgasanlage schnell unbezahlbar wird) einplanen zu müssen.
Womit soll ich dies durchführen?
Früher habe ich für Motorrad und Fahrrad ein US-Polierwatteprodukt aus einer blauen Blechdose verwendet und war damit überwiegend zufrieden.
Wenn ich mich recht erinnere bestand dies aus einer Watte (Baumwolle?) versetzt mit Polierstoffen, getränkt mit Öl und wohl Säuren.
Damit wurde Rost recht schnell von Chrom entfernt, verbleibende rostige Flächen verloren ihre rötliche Farbe und wurden eher dunkelgrau, wodurch diese nicht mehr so auffällig waren.
Die Arbeit war schnell erledigt, nach der Anwendung mußte noch kurz gewartet werden, bis alles abgetrocknet war, dies sah man durch eine dünne hellgraue Schicht auf den gerade behandelten Teilen. Die wurde dann mit einem weichen Tuch abgerieben, was dann auch für Hochglanz sorgte.
Diese Polierwatte soll wie ich las bald aufgrund irgendwelcher segensreicher EU-Einflußnahme anscheinend nicht mehr in Deutschland verfügbar sein, die konkreten Gründe hierfür konnte ich auf die Schnelle aber nicht ermitteln. Möglicherweise, weil damit gefütterte Fische sich nicht mehr als Nahrung für Fledermäuse eigneten, wer weiß es schon.
Meine Erfahrungen beim Polieren von Messing- und Aluminiumteilen waren nicht so gut, insbesondere bei den bei der 400er verwendeten Aluminiumlegierungen war es sehr schwer, Glanz und Fleckenfreiheit herzustellen, kurz nach dem Polieren entstanden bei feuchter Witterung gerne salzartige Ausblühungen.
Auch glaube ich, daß die enthaltenen Säuren dafür sorgten, daß behandelte Flächen auf Stahlteilen recht schnell wieder neuen Rostbefall bekamen.
Ob Silikon enthalten ist und somit Schwierigkeiten beim eventuellen Überlackieren auftreten werden weiß ich nicht.
So werde ich vorerst nicht versuchen, dieses Produkt noch wieder zu beschaffen.
Als Alternative möchte ich zuerst ein Reinigungsmittel aus dem Haushaltsbereich verwenden, welches als kompakter Feststoff, bestehend aus Aluminiumoxidpulver, Seifen und Fetten besteht. Die Schleifwirkung ist nicht so ausgeprägt, die alkalische Art sorgt dafür, daß Neuansatz von Rost nicht so schnell erfolgt.
Das habe ich dann auch zuerst am Auspuffschalldämpfer ausprobiert, meine aber, dadurch neue Kratzer erzeugt zu haben. Ich konnte nun nicht feststellen, ob es am Poliermittel, dem verwendeten Schwamm oder eventuell darin enthaltenen Schmutzpartikeln lag.
Ich entscheide mich, "Dr. Beckmanns Glaskeramik Putzstein" auszuprobieren und dabei ein Mikrofasertuch zu verwenden.
Die Ergebnisse waren brauchbar, auf jeden Fall fand ich keine neuen Kratzer, jedoch ist die Arbeit recht zeitaufwendig.
Da es sich um eine größere Fläche handelt, wollte ich auch meine Poliermaschine (ähnlich einem Exzenterschleifer) einmal ausprobieren, da der feste "Putzstein" hier aber nicht so praktikabel war nahm ich noch den "Domol Edelstahlreiniger", eine flüssige Reinigunsmilch.
Mit den Ergebnissen war ich durchaus zufrieden, es entstanden auch keine Kratzer, die Ergebnisse stellten sich schnell ein.
Perfekt war es nicht, aber:
Nachbehandlung mit dem Beckmanns Putzstein und Mikrofasertuch sowie Drehschleifer mit wachsgebundener Politur und Filzpolierscheiben konnte die noch verbleibenden Unschönheiten weitgehend beseitigen.
Leider, was klar ist, konnten die Stellen mit verloren gegangener Verchromung (einzelne kleine Flächen) nicht wieder in Ordnung bringen.
Auch Krater, in denen kleine Rostspuren vorlagen, konnten nicht beseitigt werden.
An zwei bis drei Stellen habe ich den Drehschleifer mit einem Edelstahlbürstchen ausprobiert. Hiervon kann ich nur ganz ganz klar abraten, auch die verhältnismäßig weiche Edelstahlbürste verursacht schnell mehr Schäden als Nutzen!
Die Aluminiumteile der 400er sind meines Wissens nach im Original nicht blank und poliert sondern alle lackiert. Ich weiß aber abgesehen von den Motorteilen nicht, welche Art Lack verwendet wurde, ob klar, ob grau, ob silbrig.
Wer hier näheres weiß - ich wäre um Mitteilung dankbar!
Chrom reinigen mit Cola und Aluminiumfolie
Diesen Tipp finde ich an vielen Stellen im Internet. Plausibel erschien es mir schon, die in der Cola enthaltene Phosphorsäure könnte den Rost angreifen und die Alufolie, aus weichem Metall bestehend, Flugrost abtragen ohne die Chrom, ein hartes Metall, zu beschädigen. Auch wäre denkbar, daß durch die Paarung Aluminium und Chrom eine kleine Batterie entsteht, deren Stromfluß beim Reiben die Wirkung auf den Rost verstärkt.
So probierte ich es aus und muß sagen: Der bei Reinigungsmitteln oft zu lesende Hinweis "Probieren Sie dies zuerst an einer verdeckten Stelle aus" traf vollständig zu.
Wer noch halbwegs intaktes Chrom reinigen will soll diesen Tipp aus dem Internet nicht anwenden!
Bei meinem Versuch war das Chrom nach kürzester Zeit verkratzt.
Die Kratzwirkung der Alufolie erkläre ich mir dadurch, daß das eigentlich weiche Metall Aluminium immer eine dünne Schicht aus sehr hartem Aluminiumoxid aufweist, die durch den Kontakt des Aluminiums mit dem Luftsauerstoff entsteht. Diese Oxidschicht kann Chrom sehr leicht zerkratzen (Das Schleifmittel Korund ist Aluminiumoxid) und wird hier wahrscheinlich noch durch den Kontakt mit Wasser und der in der Cola enthaltenen Phosphorsäure noch dicker und stabiler als nur an Luft.
Was ich beim Probereiben noch feststellen konnte war, daß der Flugrost tatsächlich seine Farbe von rötlich nach dunkelgrau änderte, also nicht mehr so auffällig war.
Will man das ausnutzten, kann man die Cola einfach mit einem Lappen auftragen und reiben, so schädigt man das Chrom jedenfalls nicht. Bei mehr als Flugrost ist die Wirkung aber auch nicht nennenswert.
Um das Ganze etwas näher zu untersuchen machte ich noch einen Versuch:
Ich füllte eine Kunststoffschale mit Cola etwa 2 cm hoch. Dort legte ich eine Auspuffbride und eine Halbschale so hinein, daß sie etwa zur Hälfte der Höhe in der Cola lagen.
So kann ich später sehen, ob durch die Cola etwas bewirkt wurde, was beim nicht untergetauchten Bereich der Teile nicht auftrat.
Um zu prüfen, ob ein wie auch immer gearteter elektrischer Effekt durch den Kontakt von Werkstück und Aluminiumfolie feststellbar ist, nahm ich eine weitere Bride und Halbschale und legte diese ebenfalls in das Colabad, jedoch auf je ein Stück Alufolie.
Nun ließ ich das ganze einen Tag stehen und schaute dann nach, ob und ggf. was geschehen ist.
Bei den Briden wurde der Flugrost in der Flüssigkeit dunkler als darüber, bei den Halbschalen ebenfalls. Die noch vorhandenen Nickelschichten der Halbschalen verfärbten sich Richtung Dunkelgrün.
Ein Unterschied zwischen den Teilen, die auf einer Alufolie lagen und den anderen war nicht sichtbar.
Zusammenfassend läßt sich sagen: Eine Wirkung des Colabads ist zwar sichtbar (Dunkelfärbung von Flugrost), aber nicht ausreichend, eine solche Behandlung als hilfreich bei der Rostentfernung einzustufen. Die Sichtbarkeit des Rosts wird trotz leichter Abdunklung nicht geringer.
Eines fiel mir noch auf: Viele der kleinen Rostpickel reagieren auf sanftes Klopfen mit einer Schraubenzieherklinge. Diese muß aus gutem harten Stahl sein. Durch das Klopfen zerplatzen etliche dieser Pickel (nicht alle!) und es muß nur noch ein kleiner Rest Flugrost an dieser Stelle wegpoliert werden.
Aber Vorsicht: Wirklich nur auf die Rostpickel klopfen, wird das Chrom getroffen, ist dort sofort eine kleine Delle.
Dieses Prinzip (Zerstoßen und Abplatzen lockeren Rosts und ähnlicher Verunreinigungen) wird auch bei Nadelentrostern verwendet.
Rost mit Zitronensäure abtragen
Wenn die vorliegenden Metalle gegenüber Säuren unempfindlich sind, kann man solche durchaus zur Rostentfernung verwenden.
Für die Auspuffbriden und -klemmschalen habe ich probehalber ein Zitronensäurebad mit guten Ergebnissen angewendet.
Vorsicht: Der Einsatz von Säuren muß im Einzelfall geprüft werden.
So kann bereits Essigsäure Chrom schädigen. Aluminiumlegierungen können von Zitronensäure stark angegriffen werden.
Verchromen
Wenn die Chromteile auch nach sorgsamen Reinigen und Polieren nicht mehr ansehnlich sind ist ein Neukauf meist schwierig, da Originalteile in gutem Zustand sehr teuer sind und Nachbauteile oft deutliche Abweichungen vom Original aufweisen und auch gerne von eher zweifelhafter Verarbeitungsqualität sind.
So bliebe die Möglichkeit, die oft in der Grundsubstanz noch guten Teile professionell aufarbeiten und neu oder nachverchromen zu lassen.
Wie ich in diesem Zusammenhang leider nun lesen mußte, hat der Verbotsirrsinn nun nicht nur brauchbare Lackbeizen für uns Laien unerreichbar gemacht sondern auch die Auswahl an Dienstleistern, welche solche Verchromungsarbeiten ausführen können und dürfen drastisch reduziert und massiv verteuert.
Chromteile an der 400er
Auspuff (Krümmer, Briden und Schalldämpfer)
Schutzblech hinten
Schutzblech vorne
Felge vorne
Felge hinten
Standrohre
Deckel Zündkontakte
Chromring Rücklicht
Chromring Scheinwerfer
Schutzblech Kette
Kettenspanner
und noch ein paar weitere kleine Bauteile, die ich hier nicht weiter aufführe.