Bremsflüssigkeit
Man liest desöfteren, daß Lacke gut mit Bremsflüssigkeit zu entfernen seien.
Dies klingt erst einmal plausibel, da schon Tropfen von Bremsflüssigkeit gerne erhebliche Schäden an Lackierungen verursachen können; der Lack wird stumpf, quillt auf, wird runzlig und blättert teils auch ab.
Es interessierte mich, ob dies hier nutzbar ist. Es wäre schön, insbesondere kleinere Teile einfach in Bremsflüssigkeit einzulegen und nach einiger Zeit sie mit an/abgelöstem Lack wieder zu entnehmen.
Meine Tests mit einfach lackierten Teilen (Fußrastenanlage) und Bremsflüssigkeit DOT4 ergaben:
Es gibt keinen Nutzen. Es hilft nicht. An einigen wenigen Stellen quoll der Lack tatsächlich auf, dies war aber von der Gesamtfläche her ein geringer Anteil.
Auch bei der nachfolgenden Bearbeitung mit Drahtbürsten als Bohrmaschinenaufsatz zeigten sich keine Vorteile gegenüber nicht mit Bremsflüssigkeit behandelten Teilen.
Möglicherweise gibt es Lacke, bei denen dies anders aussieht (im Modellbaubereich liest man öfters von der nutzbringenden Anwendung von Bremsflüssigkeit zum Entlacken). Dies werden dann aber wahrscheinlich 1K-Lacke sein, die gegenüber 2K- und Einbrennlacken wesentlich empfindlicher sind.
Nitro-Verdünnung
Hier legte ich die Teile in Schraubgläser mit einer geringen Menge Nitroverdünner (der Glasboden war zu ca. 1,5 cm bedeckt) und verschloß diese fest. Auf ein komplettes bedecken der Teile verzichtete ich um möglichst wenig Verdünner zu verwenden, das Innere des verschlossenen Glases füllt sich zumindest vollständig mit verdampftem Verdünner, welcher sicher auch eine gewisse Wirkung aufweisen wird. Auch schüttelte / drehte ich das Glas in unregelmäßigen Abständen.
Die Wirkung nach ein bis zwei Tagen war sichtbar, größere Bereiche der Lackschicht quollen auf und wurden wellig.
Zwar kommt diese Wirkung nicht der eines guten Abbeizers gleich, als Vorbereitung zur Lackentfernung mit der Drahtbürste ist es aber schon ein gut geeignet, da der Lack aufgeweicht wurde und die Haftung am Werkstück stark reduziert ist. Somit wird dies durch die mechanische Bearbeitung weniger belastet, was insbesondere bei Aluminiumteilen relevant ist.