Zuerst
Der Zustand der Kabel und Steckverbinder war in einem bemerkenswert schlechten Zustand als ich das Fahrzeug übernahm.
Das wurde mir erst im Laufe der Zeit klar, als bei Regen die Maschine nur schlecht ansprang, meist nur per Kickstarter. Auch das Licht war sehr dunkel, was insbesondere bei schlechtem Wetter wie Regen und bei Schneefall nachts Probleme bereitete.
Auffällige Startschwierigkeiten lagen an der ohnehin geringen Leistung der kontaktgesteuerten Zündung in Verbindung mit der schlechten Isolation der Hochspannungsleitungen und der nahezu nicht vorhandenen Wasserdichtheit der Zündkerzenstecker, trotz Gummidichtungen.
Die mangelhafte Beleuchtung war Folge erheblicher Verluste in Leitungswiderständen (geringe Kabelquerschnitte) und Korrosion insbesondere der Steckverbinder aber auch der Kabel selbst in der Nähe der Verbinder. Ich hatte auch eine mangelhafte Qualität des Leitermaterials in Verdacht (kein reines Kupfer), dies habe ich aber nicht weiter verfolgt und kann dies heute auch nicht mehr prüfen, da die Originalkabel nicht mehr vorliegen.
Die originale Bilux-Beleuchtung hatte schon der Vorbesitzer gegen die wesentlich bessere H4-Ausführung getauscht.
Eine Messung ergab damals an der Fahrlichtleuchte eine Spannung von 10,4 Volt im Stand bei einer Batteriespannung von 12 Volt, was doch schon einen größeren Spannungsabfall darstellt.
Update #1
So habe ich dann im Prinzip die gesamte Kabelage ersetzt, als armer Student wurde verwendet, was preisgünstig verfügbar war.
Es kamen Kabel aus dem zur Verschrottung vorgesehenen Opel Kadett Coupe meiner Mutter zum Einsatz sowie ein paar Stück aus einer alten Waschmaschine. Eingepackt wurden die Kabel in widerstandsfähige Kabelschläuche, nicht wie original umwickelt mit Isolierband.
Haltbar, wasserdicht aber nicht unbedingt schön wurde es, insbesondere am Übergang am Lenkkopf, wo dann drei solcher Schläuche hingen.
Die original ungünstig liegenden Steckverbinder verlegte ich in geschütztere Bereiche.
Was tun?
Nun stellt sich die Frage, wie die Erneuerung diesmal geschehen soll.
Möchte ich es möglichst originalgetreu, also auch Steckverbinder wie im Original und dann auch an originaler Stelle, so daß bei Austausch irgendwelcher Teile wie Blinker oder Lichtmaschine diese einfach mit deren Steckern ohne Änderung angebaut werden können?
Oder will ich eine gut verlegte, optisch ansprechende und funktionale Elektrik, die auch Abweichungen vom Original aufweist?
Dafür spricht eine zuverlässigere Elektrik, da das Original nun einmal - wie bei den meisten Motorrädern aus dieser Zeit - alles andere als Optimal ist.
Es darf auch nicht vergessen werden, daß ich die Zündanlage bereits verändert hatte, die Originalkabelverlegung ohnehin nicht mehr voll vorliegt und auch nicht sinnvoll wiederhergestellt werden kann.
Entscheidung
Ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit, da irgendwelche Änderungen am Fahrzeug ohnehin nur noch von Kennern durchgeführt werden und die Verfügbarkeit unveränderter Originalteile langsam immer geringer wird, Anpassungen also auf jeden Fall erfolgen müssen.
Also neue Kabel, passend dimensionierte Querschnitte. Als Verbinder will ich solche einsetzten, die den originalen ähnlich/gleichwertig sind, da ich die im KFZ-Bereich bei uns üblicherweise verwendeten Flach/Rundverbinder als qualitativ nicht sehr gut und optisch wenig ansprechend ansehe.